Die Träne,
von Irimbur aus der Kategorie Texte zum Nachdenken
und wurde am 09.01.2010 um 09:16:00 eingetragen.
Eine Träne war einmal sehr unglücklich, so gerne wollte sie etwas anderes sein, und weil sie hörte das sie immer eine Träne wär, entschied sie sich zu gehen. So weinte ein hübsches Kind in jener Nacht eine einzelne Träne in ihr Kissen. Die Träne war sicher das Mädchen würde sie nicht vermissen, langsam kroch sie ihre Wange herab und ließ sich schließlich von ihrem Kinn auf das Kissen fallen, dort verharrte sie bis zum Morgen und erst als das erste Rot der Sonne zu sehen war regte sie sich wieder. Sie begann zu beten zu ihr unbekannten Göttern.
Und als sie schließlich die Sonne im Fenster erblickte, wuchs derwunsch in ihr heran einmal ebenso schön zu sein, wie die Sonne es war.
Fieberhaft überlegte sie wie sie es schaffen könnte, und merkte gar nicht wie das Licht der Sonne sie veränderte. Erst als sie bereits durch das Fenster hinaus geschwebt war bemerkte sie die Veränderung, sie schwebte.
Langsam stieg sie immer höher und ein Gefühl des Glücks durchströmte sie.
Fast glaubte sie die Götte hätten ihr flehen erhört und würden sie zu einer Sonne machen, doch dann bemerkte sie die tausenden von Tropfen, welche sich ebenfalls gen Himmel bewegten, was die kleine Träne noch nicht wusste, sie war nun Teil einer butterweichen Wolke geworden und sollte noch lange weiterreisen als Teil von ihr.
Der Wind trieb die Wolken vor sich her, sodass die kleine Träne ohne es zu merken von Hier weit fort reiste bis zu den Bergen, hinter dem Horizont.
Dort passierte das was sie niemals hätte zu fürchten gewagt, sie begann zu fallen.
Rasend schnell näherte sie sich der Erde und schließlich schlug sie auf.
Sie landete in einem Fluss, dieser führte sie bis Zum Meer hinab, unterwegs sah sie tausend Dinge die so wundervoll waren, das ihr Sturz schon bald vergessen war.
Schließlich spürte sie, wie sie abermals empor gehoben wurde, doch diesmal war es nicht die Sonne welche sie zu sich holte, nein es war eben jedes Mädchen, welchem sie einst war entflohen und als wüsste sie welches Kleinod sie in ihren gefalteten Händen hielt begann das liebliche Kind zu weinen, es weinte Tränen der Freude ohne zu wissen warum und doch weinte es sie.
Und über all dem erstrahlte die Sonne in ihrem abendlichen Rot, den ganzen Tag nun hatte sie der Träne Weg verfolgt und hatte über ihr gewacht damit ihr nichts geschehen würde, denn niemals würde die Träne etwas anderes als eine Träne sein, doch dieses Abenteuer so sagte die Sonne sich, sei ihr vergönnt gewesen, nun wird sie nicht länger eine traurige Träne sein, nein sie wird nun eine glückliche Träne sein, welche genau weiß das es nichts schöneres gibt als eine aus glück geweinte Träne zu sein, denn genau das hatten ihr ihre Brüder und Schwestern gesagt als sie an ihr vorbei ins Meer fielen…