Hallo, ich bin die Leere!
von Lena94 aus der Kategorie Traurige Texte
und wurde am 20.09.2011 um 20:25:00 eingetragen.
Hallo!
Ich bin die Leere. Es ist schwer mich zu beschreiben, weil ich das Nichts bin. Wenn man mich bildlich darstellen möchte, würde meine Erscheinung am ehesten dem Nebel oder einem Loch gleichen. Ich komme oft, wenn du nicht damit rechnest, aber genauso oft merkt man schon im Voraus, dass ich mich langsam in deinen Kopf und in deinen ganzen Körper schleiche, bis ich komplett Besitz von dir ergriffen habe. Auch wenn alles gut läuft und du voller Elan bist, kann es sein, dass ich dich daran erinnere, dass ich ein Teil von dir bin, indem ich dir eine kleine Kostprobe von mir gebe und dich fühlen lasse wie es ist, wenn ich bei dir bin. Ich kann bewirken, dass du dich selbst nicht mehr spürst, und dass du nichts mehr wahrnimmst, was um dich herum geschieht. Wenn ich dich schon eine Weile begleitet habe, hast du oft das Gefühl, dass die Welt sich aufgehört hat zu drehen. Du lebst nur noch körperlich und fühlst dich oft allein, auch wenn du die ganze Zeit von Menschen umgeben bist; obwohl das Wort „fühlen“ hier eigentlich fehl am Platz wäre. Wenn ich schon über einen längeren Zeitraum dein ständiger Begleiter war, geht es dir immer schlechter. Am liebsten würdest du weinen oder schreien, um mich aus dir raus zu bekommen, doch das lasse ich nicht zu. Das Loch, welches ich in deine Seele schneide, wird immer größer und du hast nichts, womit du dieses Loch füllen könntest. Jedoch hast du im Laufe unserer gemeinsamen Zeit Methoden entwickelt, mit denen du mich für eine Weile überdecken kannst. Der Stress zum Beispiel ist sehr effektiv, wenn ich noch keine Wurzeln geschlagen habe. Durch ihn kannst du mich für eine gewisse Zeit vergessen. Doch durch diese Pause, die du mir mit diesem Stress schenkst, werden deine ruhigen Stunden, wo du nichts zu tun hast, zu einer echten Qual, denn ich habe einiges nachzuholen. Ich zeige dir, dass du mich nicht einfach so mit etwas anderem überdecken kannst. Das lasse ich nicht mit mir machen. Vor allem abends, wenn du in deinem Bett liegst, habe ich es auf dich abgesehen. Dann zeige ich dir wie es sich anfühlt, wenn man nichts fühlt. Jetzt kommt mein Partner, die Narbe, ins Spiel. Sie ist eine Art Begleiterscheinung, welche du nie mehr los wirst. Ihr vorausgegangen ist der Schnitt, welchen du dir selbst zugefügt hast, um dir selbst zu beweisen, dass du noch am leben bist und dass es noch ein Gefühl gibt, welches mich übertönt. Der Schmerz. Dieser Schmerz ist das effektivste und auch das einzigste Mittel um mich wirklich zu bekämpfen und nicht nur zu überdecken. Jedoch hinterlässt dieser Schmerz seine Spuren, die jeder sehen kann und durch die du immer an unsere gemeinsame Zeit erinnert wirst.
Kommentare
Es gibt 2 Kommentare zu diesem Text
Lena94 schrieb am 23.09.2011 um 20:15 Uhr folgenden Kommentar:
vielen dank!
Skyler schrieb am 21.09.2011 um 18:41 Uhr folgenden Kommentar:
Ich weiß wie du dich fühlst...
Gut geschrieben.
Daumen hoch!