Und ich schrieb Tagebuch auf meiner Haut

von Herzchen97 aus der Kategorie Traurige Texte
und wurde am 10.10.2011 um 19:27:00 eingetragen.

Diesen Text habe ich bereits am 10. September geschrieben.



Der 10. September 2011, 00:27 und ich sitze noch wach und schreibe...schreibe hier und jetzt eine Geschichte, meine eigene Geschichte...Ich schreibe hier so etwas wie Tagebuch, über meine Vergangenheit, über das was schon geschehen ist und auch durch diese Zeilen nicht wieder rückgängig gemacht werden kann...nicht von mir, nicht von dir und wahrscheinlich auch nicht von Gott. Es fing an an einem kalten Dezember Tag im Jahr 2009, ich saß zu Hause und dachte nach, über eine Freundin, die sich ihre Haut aufschnitt, ich wusste noch genau wie sie es sagte: „ Ich ritze mich“ und damals konnte ich es noch nicht verstehen, was hieß es sich zu ritzen dachte ich mir....ich konnte es damals nicht verstehen wie sich ein Mensch die eigene Haut aufschneiden konnte, es ergab für mich keinen Sinn. Damals, als alles noch gut war, und mich die Welt liebte genauso wie ich sie. Ich weiß nicht ob damals auch alles gut war, auf jeden Fall denke ich mir, ich hatte es damals noch nichts so wahrgenommen, denn es war doch immer schon da, dieser Streit, diese Brücke zwischen mir und meinen Eltern. Ich verstand mich einfach nicht mit ihnen, und wir stritten wirklich jeden Tag, 365 Tage im Jahr... und irgendwann war es genug, ich dachte an meine Freundin und wie es sich wohl anfühlen würde sich zu schneiden, ob es gut tun würde...Ich holte mir ein Taschenmesser, krämpelte meine Hosenbeine hoch und setzte an, Tränen kullerten mir übers Gesicht. Ich drückte die kalte Klinge in mein Bein und zog, es tat weh, aber irgendwie auch nicht, irgendwie tat der Schmerz gut...Und so „ritzte“ ich mich das erste mal, es war nicht Tief, aber es blutete, es war aber ein neuer Anfang, der Anfang eines Tagebuches auf meiner Haut.
Dieser Schmerz gefiel mir und es wurde zur Gewohnheit, ich wollte es nicht wahrhaben aber ehe ich mich versah war ich süchtig, es ging viel schneller als ich mir dachte...ich konnte es nicht mehr lassen....immer wieder griff ich zur Klinge, mittlerweile nahm ich nicht mehr Messer, ich nahm Rasierklingen, nagelneue, dass sie ja schön scharf waren, die Schnitte wurde immer tiefer immer größer, sie klafften auseinander, gar nicht schön anzusehen, ich war nie stolz darauf, nein, sicher nicht aber ich konnte nicht mehr ohne, dieses ritzen war ein Teil meines Lebens geworden ohne den ich nicht mehr konnte, auf meiner Haut zeichneten sich Spuren, von Leben, Spuren von mir selbst zugefügten Schmerzen...hässliche Narben entstanden, die nie wieder ganz verschwinden werden...mein Tagebuch auf der Haut, für die Ewigkeit.


Kommentare

Es gibt noch keinen Kommentar zu diesem Text

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.